Die Gestaltung eines Büros umfasst weit mehr als das bloße Aufstellen von Schreibtischen, Stühlen und Schränken. Vorab muss präzise definiert werden, welche konkreten Abläufe und Tätigkeiten in den Räumlichkeiten stattfinden sollen. Bildschirmarbeit benötigt andere Bedingungen als Telefonate, vertrauliche Gespräche oder Besprechungen mit mehreren Personen. Ebenso müssen technische Anschlüsse, Laufwege, Stauraum und unterschiedliche Körpermaße berücksichtigt werden. Ein ergonomisches Büro berücksichtigt diese Anforderungen bereits bei der räumlichen Planung und verbindet sie mit passend einstellbaren Möbeln.
Kurzfassung
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Drei Bereiche mit verschiedenen Aufgaben
Das Bürokonzept befasst sich mit der Nutzung der Räume. Es hält fest, wie viele feste Arbeitsplätze benötigt werden, welche Teams eng zusammenarbeiten und wo ruhige Bereiche erforderlich sind. Telefonzonen, Besprechungsräume und Arbeitsplätze für längere Bildschirmtätigkeiten erfüllen jeweils andere Zwecke. Das Konzept legt damit fest, welche Arbeitsformen innerhalb der Räume vorgesehen sind.
Bei der Büroplanung werden diese Angaben in einen Grundriss übertragen. Fenster, Türen, Heizkörper, Säulen und vorhandene Anschlüsse begrenzen die möglichen Stellflächen. Verkehrswege, Türschwenkbereiche und Fluchtwege müssen frei bleiben.
Die Büroausstattung umfasst schließlich die Gegenstände, die in den geplanten Bereichen verwendet werden. Dazu zählen Schreibtische, Bürostühle, Schränke, Leuchten, Monitorarme und akustische Elemente. Ein Möbelstück ist jedoch nicht allein wegen seiner Produktbezeichnung ergonomisch. Entscheidend bleiben passende Maße, ausreichende Verstellbereiche und eine sachgerechte Einstellung.
Arbeitsflächen nach Tätigkeit bemessen
Die Größe einer Tischplatte richtet sich nach den verwendeten Arbeitsmitteln. Ein Arbeitsplatz mit Notebook benötigt weniger Fläche als ein Platz mit zwei Monitoren, Telefon, Unterlagen und technischen Geräten. Tastatur und Maus sollten auf derselben Ebene liegen, ohne dass die Unterarme seitlich ausweichen müssen. Unter dem Tisch bleibt genügend Raum für Beine und Füße.
Höhenverstellbare Schreibtische besitzen einen festgelegten Hubbereich. Dieser muss sowohl niedrige Sitzpositionen als auch ausreichende Stehhöhen abdecken. Elektrische Gestelle werden über einen oder mehrere Motoren bewegt. Mechanische Varianten arbeiten etwa mit einer Kurbel. Bei beiden Bauarten ist die Traglast zu beachten, da Monitore, Halterungen und Arbeitsplatten ein erhebliches Gesamtgewicht erreichen können.
Die Tischhöhe wird im Sitzen so eingestellt, dass die Unterarme ungefähr waagerecht aufliegen. Hochgezogene Schultern weisen auf eine zu hohe Arbeitsfläche hin. Bei einer zu niedrigen Position sinkt der Oberkörper stärker nach vorn. Ein Wechsel zwischen Sitzen und Stehen verändert die Körperhaltung, ersetzt jedoch keine passende Einstellung der Arbeitsfläche.
Bürostühle technisch richtig einordnen
Ein Bürostuhl wird nach Körpergröße, Gewicht und geplanter Nutzungsdauer ausgewählt. Die Sitzhöhe wird so gewählt, dass beide Füße vollständig auf dem Boden stehen. Zwischen Ober- und Unterschenkel entsteht ungefähr ein rechter Winkel. Reicht der Verstellbereich nicht aus, kann eine Fußstütze den fehlenden Bodenkontakt ausgleichen.
Die Sitztiefe beschreibt den Abstand zwischen Rückenlehne und vorderer Sitzkante. Liegt die Sitzfläche zu tief, entsteht Druck in der Kniekehle. Bei einer zu kurzen Fläche werden die Oberschenkel nur teilweise unterstützt. Ein kleiner Abstand zwischen Sitzkante und Kniekehle lässt Bewegungsraum.
Im unteren Teil der Rückenlehne befindet sich bei vielen Modellen eine Lordosenstütze. Sie liegt im Bereich der Lendenwirbelsäule und ist je nach Ausführung höhen- oder tiefenverstellbar. Eine falsch positionierte Stütze drückt oberhalb oder unterhalb des vorgesehenen Bereichs und erfüllt ihren Zweck nicht.
Armlehnen können in Höhe, Breite, Tiefe und Winkel verstellbar sein. Ihre Höhe passt, wenn die Unterarme aufliegen, ohne dass die Schultern angehoben werden. Ein zu großer Abstand zwischen den Armlehnen zwingt die Oberarme nach außen. Zu lange Auflagen können verhindern, dass der Stuhl nah genug an den Tisch geschoben wird.
Mechaniken verändern den Bewegungsablauf
Starre Besucherstühle besitzen meist keine bewegliche Rückenlehne und eignen sich vor allem für kurze Sitzphasen. Bei einer Wippmechanik bewegen sich Sitzfläche und Lehne gemeinsam nach hinten. Der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkeln bleibt dabei weitgehend unverändert.
Eine Synchronmechanik koppelt Rückenlehne und Sitzfläche in einem bestimmten Übersetzungsverhältnis. Beim Zurücklehnen öffnet sich der Winkel zwischen Oberkörper und Beinen stärker als bei einer Wippmechanik. Der Federwiderstand lässt sich bei vielen Modellen an das Körpergewicht anpassen. Eine zu starke Einstellung erschwert das Zurücklehnen, während ein zu geringer Widerstand kaum Halt bietet.
Netzrücken bestehen aus gespanntem Gewebe und lassen Luft im Rückenbereich zirkulieren. Gepolsterte Lehnen verwenden Schaumstoffe mit unterschiedlicher Dichte. Die Materialart allein sagt jedoch nichts über die passende Sitzform aus. An Steh-Sitz-Arbeitsplätzen ist die Sitzhöhe ein zentraler Ergonomiefaktor. Eine erhöhte, leicht nach vorn geneigte Position vergrößert den Hüftwinkel und fördert eine aufrechte Haltung. Für wechselnde Arbeitshöhen kommen entsprechend angepasste Bürostühle zum Einsatz. Speziell konstruierte Drehstühle wie zum Beispiel W-ORK Pad decken verschiedene Sitzhöhen ab und lassen durch ein bewegliches Sitzgelenk Mikrobewegungen beim Sitzen zu.
Beleuchtung ohne Blendung anordnen
Tageslicht verändert sich je nach Uhrzeit, Wetter und Ausrichtung der Fenster. Bildschirme sollten nicht direkt vor einer hellen Fensterfläche stehen. Eine Aufstellung mit seitlichem Lichteinfall verringert starke Helligkeitsunterschiede im Blickfeld und reduziert Spiegelungen auf dem Monitor.
Deckenleuchten übernehmen die allgemeine Ausleuchtung des Raumes. Arbeitsplatzleuchten ergänzen die Allgemeinbeleuchtung bei Tätigkeiten mit Papierunterlagen. Ihre Position darf weder den Bildschirm spiegeln noch Schatten durch Hände und Arme erzeugen. Jalousien oder innenliegender Sonnenschutz begrenzen direkte Sonneneinstrahlung, ohne den Raum vollständig abzudunkeln.
Geräuschquellen räumlich trennen
In offenen Büros treffen Gespräche, Telefonate, Drucker und Laufbewegungen aufeinander. Harte Wände, Glasflächen und glatte Böden reflektieren Schall. Textile Bodenbeläge, Wandabsorber und Deckensegel verkürzen die Nachhallzeit.
Akustische Elemente ersetzen keine räumliche Trennung. Telefonbereiche und Besprechungsplätze sollten nicht unmittelbar neben Arbeitsplätzen für konzentrierte Tätigkeiten liegen. Stellwände können die direkte Schallübertragung zwischen benachbarten Tischen begrenzen. Geschlossene Räume bleiben bei vertraulichen oder längeren Gesprächen erforderlich.
Ausstattung nach Nutzung auswählen
Melaminharzbeschichtete Arbeitsplatten sind abriebfest und lassen sich feucht reinigen. Echtholzoberflächen reagieren stärker auf Feuchtigkeit, Kratzer und ungeeignete Reinigungsmittel. Bei Stuhlbezügen unterscheiden sich Textilien, Kunstleder und Netzgewebe vor allem durch Luftdurchlässigkeit, Reinigungsart und Abriebfestigkeit.
Monitorarme schaffen Platz auf der Tischplatte und erlauben die Einstellung von Höhe, Abstand und Neigung. Dokumentenhalter verringern den Abstand zwischen Vorlage und Bildschirm. Rollcontainer nehmen regelmäßig benötigte Unterlagen auf, selten verwendete Akten werden außerhalb des Arbeitsplatzes gelagert.
Fazit
Bürokonzept, Büroplanung und Büroausstattung bauen aufeinander auf, übernehmen jedoch unterschiedliche Aufgaben. Das Konzept beschreibt die Nutzung, die Planung ordnet Flächen und Wege, die Ausstattung legt Möbel und technische Elemente fest. Ergonomische Eigenschaften entstehen erst durch passende Abmessungen und richtige Einstellungen. Sitzhöhe, Sitztiefe, Rückenlehne, Armlehnen, Tischhöhe und Monitorposition müssen deshalb gemeinsam betrachtet werden. Lichtführung, Akustik und Materialwahl betreffen weitere Bereiche, die nicht durch einen ergonomischen Bürostuhl ersetzt werden können.